Die
elektrischen Impulse, die am Herzen entstehen (Erregungsbildung und Erregungsrückbildung),
lassen sich durch verschiedene Ableitungsmethoden an der Körperoberfläche
und direkt am Herzen ableiten. Dieses Verfahren wird als Elektrokardiogramm
bezeichnet. Das normale Elektrokardiogramm wird als Oberflächenelektrokardiogramm
durchgeführt. Es liefert dabei eine generelle Übersicht über
die Depolarisation und Repolarisation des Herzens. Wenn die Diagnostik es
erfordert, kann ein spezielleres Verfahren, das intrakardiale Elektrokardiogramm,
verwendet werden, um präzisere Werte zu bekommen.
Dabei werden elektrische Potentialänderungen, die vom Herzen ausgehen
und die die Körperoberfläche erreichen, mittels Elektroden gemessen.
Es entsteht eine Elektrokardiogrammkurve, die im Normalfall als Standardableitung
bezeichnet wird.
Diese Kurve variiert in Abhängigkeit von der Art, wie die Elektroden
in Relation zur Herzachse hin angebracht wurden.
In der typischen Elektrokardiogrammableitung finden sich demzufolge Ausschläge
nach unten und nach oben. Diese werden als Wellen oder als Zacken bezeichnet.
Bei diesen Ausschlägen handelt es sich um die summarische Wiedergabe
der Erregungsbildung bzw. der Erregungsrückbildung.
Es lassen sch folgende Ausschläge charakterisieren:

- P-Welle: Erregungsausbreitung der Vorhöfe.
- QRS-Komplex: Erregungsausbreitung an den Kammern.
- T-Welle: charakterisiert die Erregungsrückbildung in den Ventrikeln.
- U-Welle: charakterisiert ebenfalls die Erregungsrückbildung, ist
aber nicht immer sichtbar (Überlappungssignal).
Normwerte des Elektrokardiogramms:
- P-Welle: 0,05 - 0,10 Sekunden.
- PQ-Intervall: 0,13 - 0,20 Sekunden.
- Q-Zacke: weniger als 0,05 Sekunden
- QRS-Komplex-Dauer: 0,05 - 0,1 Sekunden
- S-Zacke: weniger als 0,04 Sekunden
- QT-Intervall: 0,18 - 0,52 Sekunden
Die Lage der Elektroden ist entscheidend für die Auswertung des Elektrokardiogramms.
Um ein Elektrokardiogramm richtig auswerten zu können, muss man die
Relation und die Anzahl der Elektroden zur Herzachse wissen. Außerdem
ist das Ziel der Auswertung vor der Überprüfung festzustellen,
um eine richtige Anordnung der verschiedenen Elektroden sicherzustellen.
Es lassen sich folgende Standardableitungen charakterisieren:
- Einthoven: Vorderwand (I,II)
- Wilson: Vorderwand (V1 - V4)
Seitenwand (V5 - V6)
Hinterwand (V7 - V9)
- Goldberg: Vorderwand
- Nehb: Vorderwand
Hinterwand
Nach diesem Messverfahren lassen sich bestimmte Herzachsenverschiebungen
und Herzformen diagnostizieren. Dies kann bei Herzkranken wie auch beim Herzgesunden
der Fall sein. Eine Veränderung der Erregungsvorgänge, stellt
dabei meist nicht eine pathologische Problematik.
Grundsätzlich muss bei einer:
- ST-Senkung von einem Innenschichtschaden, Angina pectoris, ausgegangen
werden.
- ST-Hebung von einem Außenschichtschaden, Herzinfarkt, ausgegangen
werden.
Extrasystole: ein während der normalen Herzrhythmik einfallender
Impuls, der sich durchsetzen kann (zu einem Herzschlag wird).
Supraventrikuläre Extrasystole: kann man hauptsächlich an einem
unveränderten QRS-Komplex erkennen.
Ventrikuläre Extrasystolen: werden im Elektrokardiogramms anhand eines
verbreiterten QRS-Komplexes erkannt. Die P-Welle fehlt. |